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Dresdner Heide

Dresdner Heide

Die Dresdner Heide ist ein 50 Quadratkilometer großes Landschaftsschutzgebiet im Norden der sächsischen Hauptstadt. Sie ist einer der größten Stadtwälder Deutschlands.

 

Ursprünglich war die Heide noch viel größer, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte von den wachsenden Stadtteilen Klotzsche, Bühlau und Langebrück zurückgedrängt. Geologisch bildet sie den Übergang zwischen den sächsischen Mittelgebirgen und dem Norddeutschen Tiefland.

 

Die Heide verfügt über viele Bäche, beispielsweise die Prießnitz, sowie über zahlreiche Teiche und Tümpel. Mehrere Berge prägen das Relief des Landschaftsschutzgebietes. Vorherrschende Baumarten sind Nadelbäume wie Kiefer und Fichte, vereinzelt sind auch diverse Laubbaumarten zu finden. Wirtschaftlich genutzt wurde die Dresdner Heide vor allem zur Gewinnung von Heu und Holz sowie als Jagdgebiet.

 

Ab dem 16. Jahrhundert war die Dresdner Heide kurfürstliches Jagdgebiet. Hier machte der Dresdner Adel vor allem Jagd auf Wölfe und Bären. Auch die Bevölkerung musste dem Kurfürstentum bis zum 19. Jahrhundert Jagddienste leisten. Im Siebenjährigen Krieg war die Dresdner Heide außerdem Schauplatz von Kriegshandlungen: die Preußen errichteten in den Wäldern große Schanzen um die herannahenden Österreicher zu beobachten.

 

Im 19. Jahrhundert wurden weitere Wege und Pfade angelegt, um dem Besucherstrom, der mittlerweile in den Wäldern verkehrte, gerecht zu werden. Im Zuge dessen wurden auch neben den bestehenden Ausflugszielen weitere Gaststätten gegründet, wie zum Beispiel die Heidemühle und das Fischhaus. Seit 1831 befindet sich die Dresdner Heide im sächsischen Staatsbesitz, bis zum Ersten Weltkrieg war sie auch Jagdrevier des sächsischen Königs. Danach stand sie unter der Verwaltung der örtlichen Forstämter von Bühlau, Ullersdorf und Langebrück. 1949 wurde die Dresdner Heide offiziell dem Stadtgebiet Dresdens zugeordnet und in den 1960er Jahren zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

 

Ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner Heide ist der Dachsenberg, der höchste Berg des Waldgebietes. Die Namensgebung erfolgte einer Erzählung nach, die besagt, dass sich hier ein besonders verzweigter und altehrwürdiger Dachsbau befinden sollte. Vom Zweiten Weltkrieg bis 1990 war der Berg nicht für Besucher zugängig, weil das sächsische Ministerium für Staatssicherheit hier eine Überwachungs- und Sendestation unterhielt. Heute werden die Gebäude von der Naturschutzjugend Sachsen genutzt. Auf der Spitze des Dachsenberges steht zudem ein Funkturm der Telekom.

 

Einen Ausflug wert ist auch der Heidefriedhof, der sich im Norden der Dresdner Heide befindet. Der Friedhof wurde in den 1930er Jahren nach den Plänen der Architektin Rosi Pohl errichtet.

 

Auf dem sehr natürlich angelegten Heidefriedhof wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Massengräber ausgehoben, um die über 20.000 Opfer der Bombenangriffe auf Dresden vom 14. Februar 1945 zu bestatten. 1949 wurde die Massengrabanlage zu einer Gedenkstätte umgestaltet.

 

Auf dem Verbindungsweg nach Langebrück befindet sich ein interessantes Denkmal, das sogenannte Schwarze Kreuz. Es war Schauplatz zahlreicher dramatischer Ereignisse, beispielsweise fand hier im 18. Jahrhundert ein tödlich endendes Duell zweier sächsischer Offiziere statt. Dies wird auch vom Mordgrund behauptet, in dem einer Sage nach ein Mord stattgefunden haben soll. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich der Name vom althochdeutschen „Markgrund“ herleitet, das so viel wie „Grenze“ bedeutet. In der Nähe des Mordgrundes befindet sich die Napoleonschanze, die von dem französischen Kaiser im Jahre 1813 als Beobachtungsposten genutzt wurde.

 

Die Dresdner Heide gilt heute als bedeutendes Naherholungsgebiet der Dresdner Bevölkerung und ist besonders bei Wanderern und Naturfreunden sehr beliebt.