Goldschwindel: Der Bre-X-Skandal

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Goldschwindel: Der Bre-X-Skandal

Goldschwindel: Der Bre-X-Skandal

Im Jahr 1993 trafen sich in einem Luxushotel drei Männer: David Walsh, ein Unternehmer, John Felderhof, ein kanadischer Geologe, sowie sein Freund Michael de Guzman, ebenfalls Geologe. Jahre später erst sollte die Welt die Folgen dieses Treffens zu spüren bekommen.

 

Felderhofs größter Erfolg war die Entdeckung einer Kupferlagerstätte in Papua-Neuguinea, ansonsten verlief die Karriere des Explorationsgeologen eher mäßig. Walsh arbeitete in den 1970er Jahren als Finanzberater, bevor er in den 1980er Jahren die Firma Bre-X-Minerals gründete. Das Unternehmen war börsennotiert, doch der Wert der Aktien erreichte nie die gewünschte Höhe. 1993 beschloss Walsh, gemeinsam mit Felderhof und de Guzman, im indonesischen Busang auf Goldsuche zu gehen.

 

Das Projekt brachte schnell den erhofften Erfolg: Probebohrungen ergaben einen Goldgehalt von 6 Gramm pro Tonne des Gesteins -  ein außerordentlicher Wert. 1994 wurde das Volumen der Lagerstätte auf vier bis sechs Millionen Unzen geschätzt. Später erfolgte eine Korrektur der Schätzung, die sich immer weiter steigerte und schließlich im Jahr 1997 bei 70 Millionen Unzen lag. Infolgedessen stieg der Aktienkurs von Bre-X rapide an und konnte innerhalb von drei Jahren einen Zuwachs um das 500fache verzeichnen, obwohl noch kein einziges Gramm Gold gefördert worden war.

 

Der Aktienkurs blieb weiterhin in Bewegung. Im Jahr 1996 verkaufte Walsh Aktien im Wert von 35 Millionen Dollar, Felderman veräußerte seinen Anteil an Bre-X für 80 Millionen kanadische Dollar. De Guzman beging im Jahr 1997 Selbstmord, als er während eines Fluges über dem indonesischen Dschungel aus dem Helikopter sprang. Schließlich kamen erste Zweifel am Goldvorkommen in dem Gebiet auf. So ließ das amerikanische Unternehmen Freeport Probebohrungen durchführen und stieß auf kein einziges Gramm Gold.

 

Walsh und seine Kumpanen hatten das Ergebnis der Probebohrungen gefälscht und das geförderte Gesteinsmaterial mit Flussgold versetzt. So blieb der Schwindel lange verborgen. Doch nun kamen auch Zweifel an de Guzmans Freitod auf, der sich vor dem Helikopterflug bester Gesundheit erfreut hatte. Walsh starb im Jahr 1998 auf den Bahamas, während Felderman anschließend auf den Cayman-Inseln lebte. Ein Prozess gegen ihn wegen Insiderhandels endete mit einem Freispruch. Wegen der Manipulation der Proben konnte niemand juristisch belangt werden und so trugen die Aktienanleger den entstandenen Schaden von mehr als 4 Milliarden Dollar.