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Wolfram

Das chemische Element Wolfram hat die Ordnungszahl 74 und das Elementsymbol W. Es ist in reinem Zustand ein sprödes Schwermetall mit hoher Dichte, das von allen reinen Metallen den höchsten Schmelzpunkt besitzt.

Bereits im 16. jahrhundert entdeckte der Mineraloge Georgius Agricola in Freiberg ein Element in den Zinnerzen, das die Zinngewinnung erschwerte, sodass die Verschlackung nicht möglich wurde. Noch heute erinnert der Bestandteil „Wolf“ der Elementbezeichnung an diese Eigenschaft, wonach der neu entdeckte Stoff wie ein Wolf das Zinn „auffraß“. Agricola nannte das Element „lupi spuma“, was „Wolfs-Schaum“ bedeutet und später in Wolfram umbenannt wurde. Das mittelhochdeutsche Wort „ram“ bedeutete soviel wie Ruß oder Dreck und wurde verwendet, weil das schwarzgraue Mineral leicht zu verreiben war und dann an Ruß erinnerte.

In der Natur konnte Wolfram bisher noch nicht gediegen, also rein, nachgewiesen werden. Die wichtigsten Wolframerze sind daher Wolframit und Scheelit. Die größten Lagerstätten befinden sich in China, Peru, den USA, Korea, Bolivien, Kasachstan, Russland, Österreich und Portugal. Und auch im Erzgebirge sind Erze des Wolframs zu finden. Mehr als 80% des weltweit geförderten Wolframs kommen aus China, wobei die Weltvorkommen auf derzeit etwa 2,9 Millionen Tonnen geschätzt werden.

Wolfram besitzt eine weiße, glänzende Farbe und ist in reinem Zustand ein hartes, dehnbares Metall, das sehr dicht und fest ist. Es ist chemisch sehr widerstandsfähig und trotz selbst Königswasser und Fluorwasserstoffsäure zu größten Teilen. Wegen seines hohen Schmelzpunktes wird Wolfram vor allem in der Leuchtmittelindustrie verwendet. Als Glühwendel in Glühlampen heizt sich Wolfram bis zum Glühen auf, weil es elektrische Energie schlechter leitet als Kupfer und Aluminium und deshalb heiß wird. Gern wird Wolfram auch für Legierungen in der Eisenmetallurgie genutzt. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts wird Wolframcarbid zu Schmuck verarbeitet, da es sehr hart ist. Man darf dies allerdings nicht mit Wolfram verwechseln, das im Vergleich eher weicher ist.