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Geschichte/ Vorkommen

 

Die Geschichte des Palladiums beginnt im Jahr 1803, als der englische Arzt, Chemiker und Physiker William Hyde Wollaston es in südamerikanischen Platinerz entdeckte. Seinen Namen verdankt diesen Edelmetall dem 1803 entdeckten Asteroiden Pallas, welcher wiederum seinen Namen seinem Entdecker Heinrich Wilhelm Olbers verdankte, der den Astroiden nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt hatte. Im Periodensystem der Elemente ist Palladium seit 1814 mit dem Symbol Pd gekennzeichnet und trägt die Ordnungszahl 46. Wollasten entdeckte das Element bei der Auflösung von Platin in Königswasser. Er trennte das Platin aus der Lösung aus und gewann aus der restlichen Lösung das reine Palladium.

 

Das meiste Palladium, in Form von palladiumhalteigen Legierungen oder metallischen Palladium wird aus Flussseifen gewonnen. In der Vergangenheit förderte man es aus Flüssen im Ural, Australien, Nordamerika und Südamerika und Äthiopien. Diese Fundstätten sind allerdings seit vielen Jahren ausgeschöpft. Heute gewinnt man das Palladium zumeist aus Kupfer- oder Nickelerzen und knapp die Hälfte der Gewinnung geschieht in Russland.


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Palladium kommt häufiger als Gold und Platin vor und tritt fast immer zusammen mit dem Edelmetall Platin auf, obgleich sich dabei die Mengen an Palladium gering halten. Seltener ist es in gediegener Form zusammen mit Platinerzen zu finden.

 

Gewinnung von Palladium

 

Um Palladium zu gewinnen muss das palladiumhaltige Element in Königswasser behandelt werden. Der Vorgang ist schwierig und soll folgend vereinfacht dargestellt werden. Der Lösung wird Ammoniumchlorid beigegeben und der Palladiumanteil löst sich als Ammonium-Hexachloroplatinat aus. Die dabei übrig bleibende Hexachloropaldiumsäure wird folgend mit Ammonium und Salsäure versetzt und als Ammoniumkomplex gefällt. Das reine Palladium wird anschließend durch Glühen im Wasserstoffstrom gewonnen.

Bei der Gewinnung des Elements in der Kupferraffination wird es aus dem Annodenschlamm unter Zusatz von Chemikalien gewonnen. Eine weitere Möglichkeit ist die Gewinnung von Palladium bei der Edelmetallsynthese. Palladium fällt in geringen Mengen auch bei der Kernspaltung ab, wobei dieses dann, aufgrund der anfallenden Radioaktivität durch aufwendige Isotopentrennung isoliert werden muss, bevor es in die Weiterverarbeitung gegeben werden kann.

 

Eigenschaften

 

Die Weiterverarbeitung und Verwendungsmöglichkeiten von Palladium sind von dessen Eigenschaften abhängig. Palladium gehört zu der Gruppe der Nickel, besitzt den niedrigsten Schmelzpunkt in dieser Gruppe und ist am reaktionsfreudigsten. Es reagiert nicht mit Sauerstoff und besitzt die höchste Absorptionsfähigkeit aller Elemente. Durch die fehlende Reaktion mit Sauerstoff ergibt es sich, das Palladium nicht anläuft und seinen typischen metallischen Glanz nicht verliert. Palladium ist hellweiß- silbrig glänzend, nur halb so schwer wie Platin und auch etwas günstiger. Vom Charakter her ist es dem benachbarten Silber zu vergleichen und steht Diesem nur in seinem Verhalten in Salzsäure, wobei es sich dort bei der Zuführung von Luft auflöst, nach. Palladium ist in kompakter Form nicht brennbar. Entzündlich ist dieses Edelmetall nur in Form von Staub oder Pulver.

 

Verwendung

 

Palladium findet in unterschiedlichsten Gebieten Verwendung. Es dient als ein hervorragender Katalysator bei der Beschleunigung von chemischen Reaktionen, was bedeutet, dass das Palladium die Reaktionsgeschwindigkeit der chemischen Stoffe antreibt. Diese katalysierende Wirkung wird besonders für Hydrierungen und Dehydrierungen genutzt.

In der Industrie findet es weiterhin Verwendung in Abgaskatalysatoren für Ottomotoren, wobei es an dieser Stelle das sehr teure Platin verdrängen könnte und somit Einfluss auf den Kostenfaktor für Ottomotoren haben könnte. In der Luftfahrt dient es als Elektrodenwerkstoff für Brennstoffzellen und Zündkerzen. Palladium wird bei der Herstellung medizinischer Instrumente und in der Nanotechnologie verwendet. Eine kurze Zeit lang gab es außerdem die kanadische Anlagemünze Palladium Maple Leaf, deren Produktion aber 2007, nach nur zwei Jahren und geringer Auflage, wieder eingestellt wurde und heute nur noch als Sammlerstück erhältlich ist. An sich ist Palladium wegen seiner Knappheit wertvoll und auch als Geldanlage geeignet, wobei der Anleger gegebenenfalls etwas „Risikobereitschaft“ mitbringen sollte, wenn er in Palladium investieren will, da dieses Edelmetall ständigen und zum Teil sehr hohen Preisschwankungen unterliegt.

 

Palladium in der Schmuckindustrie

 

Auch die Schmuckindustrie ist auf das Edelmetall Palladium aufmerksam geworden. So wird es, weil es Gold entfärben kann, zur Herstellung von Weißgold genutzt. In Form von Legierungen wird es zu Uhren und Schmuck verarbeitet. In den USA wird Palladium seit der Jahrhundertwende als Schmuckmetall verarbeitet. Im Jahre 1922 wurden 52% der Platinvorkommen in der Schmuckindustrie verbraucht. Dieser hohe Verbrauch reduzierte sich in den folgenden Jahren wieder und ging bis 1965 auf knapp 6% zurück. Anders sah es in Deutschland aus; Hier fand das Palladium in Form von Schmuck nur wenig Anerkennung. Der Grund für die Beliebtheit in den USA und dem Gegenteil, der Unbeliebtheit in Deutschland lag vermutlich daran, dass Palladium in den USA aufgrund seines hohen Preises und der daraus folgenden Exklusivität so begehrt war. Der Palladiumpreis sank in den USA allerdings nach der Erschießung von Palladiumquellen in Kanada und Südafrika. Während die USA sich dem Palladium hingaben, nutzte Deutschland das zu dieser Zeit günstigere Platin wesentlich mehr.

Um 1930 und nach einem rapiden Preisverfall durch Produktionssteigerung trat das Palladium einen neuen Versuch an, um sich in der Schmuckindustrie zu etablieren, wobei dieser Versuch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde und erst um etwa 1950 erneut vorangetrieben werden konnte.

Mittlerweile hat Palladium seinen Platz in der Schmuckindustrie gefunden. Allerdings wird es wegen seines heutigen noch immer hohen Preis nur selten verarbeitet. Mit seiner silbrig- weißen Färbung ist es dem Silber sehr ähnlich. Bei der Verarbeitung wird es sehr weich und ist folglich sehr leicht zu verarbeiten, muss dafür aber sehr stark erhitzt werden. Palladium ist zwar etwas weniger dehnbar und hart als Platin aber ausreichend bieg- und verarbeitbar, um in der Schmuckherstellung Verwendung zu finden. Zudem kann Palladium durch Legierungen mit anderen Metallen den Produktionsbedürfnissen angepasst werden. Der Trend der Schmuckindustrie trägt mit Schuld daran, wenn man den hohen Preis außer Acht lässt, dass Palladium mittlerweile nur noch sehr selten verarbeitet wird, weil die für die Schmuckindustrie verwendeten Legierungen oftmals einen bläulichen Schimmer haben und eher etwas für Individualisten als für die breite Masse sind und weiterhin auch viele Goldschmiede Palladium wegen seiner hohen Preisschwankungen ablehnen, weil sich so mit diesem Edelmetall nur sehr schlecht kalkulieren lässt. Dennoch gibt es einige Palladiumlegierungen, die in der Schmuckverarbeitung Verwendung finden, obgleich der Trend zur Zeit noch eher in die Richtung der optisch ähnlichen Gold- Palladium- Legierung geht, da diese einfach günstiger ist.

 

Die Palladiumlegierungen

 

Da reines Palladium für die Schmuckherstellung wegen seiner Weichheit nur mäßig geeignet ist, werden verschiedene Legierungen genutzt.

Juwelierpalladium oder auch Palladium 960 oder Palladium 950 wird als Legierung mit den Metallen Kupfer, Ruthenium, Iridium, Rhodium oder Silber verwendet. Die Zahlen 960 beziehungsweise 950 geben den Prozentsatz an Palladium in der Legierung an. Palladium 960 besteht demzufolge aus 96% Palladium und einem Rest eines anderen Legierungsmetalls. Weiterhin sind auf dem Markt Palladium 800, 750, 590 und 500 vertreten.

Daneben gibt es noch das Indiumpalladium, welches aus einer Legierung mit Indium gewonnen wird und ausgefallen rot oder gelb leuchtet und das Precium. Dabei handelt es sich um einen geschützten Markennamen für eine Legierung aus Palladium und Silber, wobei in dieser Legierung der Anteil des Palladiums etwa nur ein Viertel ausmacht und der Rest der Legierung dann aus Silber besteht. Diese Silber- Palladium- Legierung ist auf dem freien Markt noch günstiger als die beliebte Gold- Palladium- Legierung zu erwerben und besitzt dazu noch die Eigenschaft optisch sehr ästhetisch zu erscheinen.