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Geschichte und Vorkommen

 

Das chemische Element Platin, mit dem Zeichen Pt im Periodensystem der Elemente versehen und aus dem spanischen Wort platina abgeleitet und soviel wie „Silberchen“ bedeutet, tauchte wahrscheinlich um 300 vor Christi zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit bei den Ägyptern auf. Allerdings handelte es sich nicht um Schmuck- oder Sakralgegenstände aus purem Platin, sondern nur um Gegenstände, denen Platin in kleinen Mengen beigefügt wurde. Dementsprechend ist es unklar, ob den Ägyptern pures Platin bekannt war.

Lange Zeit wurde das Edelmetall Platin in seinem Wert verkannt. So trug es sich in der Geschichte der spanischen Kolonien im 17. Jahrhundert sogar zu, dass die Goldsucher, welche bei dem Schürfen nach Gold oftmals auf das ähnlich schwere Metall gestoßen sind, dieses aber nicht als Gold identifiziert hatten, was es ja auch nicht ist, achtlos zurück in den Fluss geworfen hatten.


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Als die spanischen Kolonisten allerdings erkannten, dass man aus dem Platin Goldimitate herstellen konnte, beziehungsweise Gold mit Platin verschmelzen konnte und es dennoch bis zu einem gewissen Grad seine goldenen Färbung beibehielt, hatte dies zur Folge, dass das Platin zum Schutz des Goldes und aus Angst vor kriminellen Machenschaften und Schmuggel, zwar nicht verboten, aber im Meer versenkt werden sollte. Im Jahre 1735 erteile die Regierung in Madrid den Befehl, alles bis dahin gefundene Platin im Meer zu versenken. Dieser Befehl wurde erst im Jahr 1778 wieder aufgehoben, da zu diesem Zeitpunkt die Wissenschaft herausgefunden hatte, dass es sich bei Platin auch um ein Edelmetall handelt.

Die Indianer glaubten, wie auch die Alchimisten, dass Platin „unreifes Gold“ sei, welches sich durch Lagerung in Gold verwandeln würde. Diese, aus heutiger Sicht als naiv und falsch zu beschreibende Eigenschaft, wurde aber schon im 18. Jahrhundert wissenschaftlich widerlegt. Zur kurzen Erläuterung an dieser Stelle die Eigenschaften, welche ein Metall aufweisen muss, um als Edelmetall zu gelten. Diese sind das Nichtrosten, ein hohes spezifisches Gewicht, die schwere Verschmelzbarkeit und die Beständigkeit gegen Salpetersäure.

Die natürlichen Vorkommen von Platin sind in Südafrika, Russland und Kanada zu finden. Diese drei sind die Spitzennationen in der Förderung von Platin und den Prognosen der Industrie zu Folge werden die heutigen Ressourcen in Anbetracht der aktuellen Fördermenge des Platins noch knapp 180 Jahre reichen.

 

Raffination und Gewinnung

 

Nachdem der Wert des Platins als Edelmetall bekannt wurde ist der Abbau und die Gewinnung des Selbigen verständlicher Weise angestiegen. Heutzutage ist die Situation aber so, dass Platin nur noch sehr selten in den Platinbergwerken abgebaut wird, da Platin heute aus anderen Quellen gewonnen werden kann. Der Abbau in Bergwerken beschränkt sich auf wenige Regionen in Südafrika. Die Quellen, aus denen Platin gewonnen werden kann, sind einmal die Buntmetallindustrie und der Abfall von so genannten Platingruppenmetallen bei der Nickelraffination. Zu den Platingruppenmetallen zählen Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium und Iridium.

Die Gewinnung von Platin wird ortsabhängig auf verschiedene Arten gewonnen, wobei das Endprodukt natürlich dasselbe bleibt und die Lagerstädten werden zwischen Primär- und Sekundärlagerstädten unterschieden.

Die Platinerze, welche an primären Lagerstädten abgebaut werden bezeichnet man zusammenfassend als Bergplatin. In den häufigsten Fällen treten die Platinerze in Verbindung mit Nickel und Kupfer als Kupfer- Nickel- Verbindungen auf. Dabei unterscheiden sich vier verschiedene Platinerze der primären Lagerstädten, welche aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit erwähnenswert sind: Cooperit, Polyxen, Sperrylith und Ferroplatin. Diese unterscheiden sich durch die Menge des Platingehalts voneinander.

Sekundäre Platinlagerstädten werden als sogenannte Platinseifen bezeichnet. Dies sind verwitterte primäre Platinvorkommen, welche im Wasser, zumeist in fließenden Gewässern wie Flüssen transportiert werden und aus diesen dann das sogenannte Seifenplatin gewonnen wird. Dabei kann es vorkommen, dass auch größere Platinstücke gefördert werden. Das bisher größte „Platinnugget“ wurde mit knapp 12 Kilogramm in Kolumbien, dem fünft größten Staat der Platinförderung, gefunden.

Allgemein verläuft sie Raffination des Rohstoffes Platin schwierig und in mehreren Schritten. In einem ersten Schritt wird Rohplatin in Königswasser gelöst, obgleich das Verfahren, sobald Osmium anwesend ist, in einem abgeschlossenen Destilliergefäß mittels der Zugabe von Salpetersäure, durchgeführt wird, wobei dann das Osmium entweicht. Das Königswasser wird folgend unter Zugabe von Salzsäure eingedampft, bis es zu der Entfernung aller Stickstoffoxide kommt. Aus der Lösung kann nun sowohl Platin als auch Iridium durch das Zusetzten von Salmiak gewonnen werden. Dazu wird das gelöste Platin mittels Salmiak ausgefällt und abfiltriert und durch Ausglühen entsteht Platin in Pulverform.

 

Verwendung und Eigenschaften

 

Trotz der Erkenntnis der Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts, dass es sich bei Platin um ein ganz besonderes Metall zu handeln scheint, kam es nie zu einem, dem Goldrausch oder dem Berggeschrey des Silbers ähnlichen „Platinrausch“. Platin besticht durch seine besonderen Eigenschaften, zu denen seine helle, glänzende und gleichmäßige Struktur genauso zählt, wie die Eigenschaften, dass es leicht polierbar ist, nicht anläuft, nicht rostet und wenn es dem Feuer in seinem puren Zustand ausgesetzt wird nur sehr schwer schmelzbar ist. Bei Platin handelt es sich also um ein schmiedbares, weiches und korrosionsbeständiges Schwermetall. Es scheint also, dass Platin der Natur des edlen Rohstoffes Gold recht nahe ist.

Aufgrund dieser diversen Eigenschaften ergibt sich für Platin eine große Palette von Verwendungsmöglichkeiten. Zum einen hat es in der Schmuckindustrie und zum anderen in Industrieprodukten seinen Platz gefunden.

Platin gehört, seinem Wert nach, zu den teuersten Edelmetallen der Welt und dementsprechend zeichnen sich aus Platin gefertigte Schmuckstücke neben ihrer fantastischen Optik, auch durch einen angemessenen Preis aus. Weiterhin besitzt Platin, verwendet als Legierungsmetall für Schmuck, den höchst möglichen Feingehalt und die höchste Dichte (21,45 g/ccm) und erfährt aus diesem Grund keinen Materialverlust, was es als Schmuckstück so attraktiv macht. Aufgrund seiner Farbneutralität eignet sich Platin hervorragend für die Einfassung von Edelsteinen, weil die Neutralität des edlen Metalls den Glanz der Edelsteine nicht überstrahlt und zudem gibt Platin nicht nach und sichert somit den festen Sitz eines Edelsteins in einer Platineinfassung, beispielsweise in Form eines Ringes. Außerdem verfärbt Platin sich nicht, wenn es mit der Luft in Berührung kommt und ist für seine Hauptverträglichkeit bekannt, was gerade in der Schmuckindustrie von großer Bedeutung ist.

Da Platin ein so wertvolles Edelmetall ist, wird es auch als Zahlungsmittel oder Wertanlage gehandelt. Das Platinum Canadian Maple Leaf, welches seit 1997 geprägt wird und der American Platinum Eagle, welcher das erste Mal auch im Jahre 1997 auf den Markt gekommen war, sind die beiden wichtigsten Anlagemünzen aus Platin, von Kanada und Amerika ausgegeben und noch immer gültig.

Als weiteres Mittel der Wertanlage und der Zahlung ist der unter Zar Nikolaus I geprägte Goldrubel, welcher allerdings heute nicht mehr als Zahlungsmittel eingesetzt werden kann. Allerdings galt dieser Platinrubel als die erste Platinmünze der Welt.

Als Industrieprodukt wird Platin zum einen in der Medizin verwendet, da es neben der Hautverträglichkeit auch eine hohe Organ- und Körperverträglichkeit besitzt und kann somit in Gehirnsonden und Herzschrittmachern verarbeitet werden.

Zum anderen findet Platin Einsatzgebiete dort, wo es zu keiner Korrodierung von Metallen kommen darf. Diese Anwendungsgebiete befinden sich in der Elektrotechnik und er Elektronik. Als Katalysator wird es in der Autoindustrie oder der Düngemittelherstellung genutzt. Gerade durch die vielen Anwendungsgebiete des Platins, besonders in der Automobilindustrie wird die Nachfrage nach Platin in den nächsten Jahren ansteigen. Wobei es voraussehbar ist, dass der hohe Preis, der für diesen Rohstoff gezahlt werden muss, die Verwendung eher auf tendenziell lohnenswerte Einsatzgebiete, wozu die Automobilbranche zu zählen ist, beschränkt.

Die Vielzahl der Verwendungswecke, der hohe Wert und die dezente Optik machen das Platin zu einem einzigartigen Edelmetall mit exponiertem Stellenwert.