Der Beginn des Abbaus von Silber lässt sich heute nicht mehr genau datieren, obgleich es allerdings als sicher gilt, dass ab etwa dem 5. Jahrtausend vor Christi Silber von Menschenhand verarbeitet wurde. Weiterhin ist es auch bekannt, dass unter anderem die Germanen, die Ägypter, die Römer, die Griechen und die Assyrer mit diesem Edelmetall vertraut waren und es für ihre Zwecke nutzten. Während des Mittelalters wurden zahlreiche Silbervorkommen in den Bergregionen in Sachen- speziell in Freiberg im Erzgebirge, in Goslar im Harz, in Böhmen, der Slowakei und dem Schwarzwald entdeckt. Die Entdeckung des ersten Silbererz im Erzgebirge ist im Jahr 1168 datiert. Diese ist so bedeutungsvoll, weil die Entdeckung des Silbererz der Auslöser des Beginns des Silbererz- Bergbaus, des so genanten ersten Berggeschrey, war. Diese Entdeckung löste einen, dem Goldrausch vergleichbaren, „Silberrausch“ im Erzgebirge aus. Diese Botschaft der Silbervorkommen breitete sich rasch im Lande aus und zog Scharren von Händlern, Bergleuten und Köhlern, aber auch Dieben und Vagabunden an, welche ihr Glück suchen wollten. Bis zu dem ersten großen Berggeschrey galt diese Gegend im Erzgebirge als unwirtschaftlich. Dies änderte sich aber durch dieses erste Berggeschrey, welchen noch zwei Weitere in den Jahren um 1500 und in der Nachkriegszeit folgten und als Ergebnis eine fächendeckende Besiedlung des Erzgebirgsraums mit sich brachten. In der Zeit des zweiten Berggeschrey gründeten sich die mächtigen und sehr reichen Bergstädte wie Annaberg, Schneeberg oder Marienberg. Das dritte Berggeschrey in der Neuzeit löste eine Vielzahl von Diskussionen im Bereich des Umweltschutz und Kultur aus, weil die Belastung für die Umwelt sehr hoch war, viele der Kumpel durch die Arbeit im Berg gesundheitlich angeschlagen waren und etliche historische Ortskerne, des Aufschwungs wegen abgerissen wurden.
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Neben dem so genannten Berggeschrey, dem Beginn des florierenden Silbererz- Bergbaus ist auch der erste deutsche Silberschatzfund aus dem Jahre 1868 in Hildesheim historisch bedeutsam, da es sich dabei um den bisher spektakulärsten Fund von verarbeitetem Silber handelte. Dieser Silberfund, bestehend aus Trink- und Essgeschirr und Prunkgefäßen vermittelte den Historikern einen beeindruckenden Einblick in die Schmiedekunst der Schmiede aus der römischen Kaiserzeit.
Weltweit fanden Entdecker, vor allen die Spanier, im Amerika und Bergleute in anderen Teilen der Welt große Mengen an Silber. Ähnlich des „Exportes“ des Goldes durch die Spanier nach Entdeckung dessen durch die See- und Entdeckungsfahrten des Christoph Columbus nach dem Jahre 1492, „exportierten“ die spanischen Seefahrer wieder große Mengen edler Rohstoffe, in diesem Fall Silber, aus Amerika in die „Alte Welt“ nach Europa. In der Geschichte Europas galt Silber zeitweilig als wertvoller als Gold, was sich aber zum Beispiel durch den „Export“ des Silbers durch die Spanier geändert hatte, weil diese somit zu einem Überschuss oder Überangebot an Silbervorkommen in Europa beigetragen hatten. Heutzutage finden sich die reichsten Silbergebiete der Welt in Peru, Mexiko und China, gefolgt von Chile und Australien.
Silber, heute mit dem chemischen Zeichen Ag im Periodensystem der Elemente versehen ist abgeleitet aus dem lateinischen argentum abgeleitet. Die etymologische Erklärung, dass Silber auf die indogermanische Wurzel *arg zurückzuführen ist, ist wahrscheinlich, weil sich daraus nicht nur das lateinische argentum sondern auch das griechische argyros abgeleitet hat. Eine Herstellung von Silber mittels Chemikalien, so wie es die Alchemisten des Mittelalters versucht hatten Gold herzustellen, ist bei Silber nicht möglich. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich bei Silber um ein natürliches Edelmetall handelt, welches auf bergmännische Weise gewonnen wird. Es ist allerdings sehr selten, dass im Bergbau reines Silber, in der Vorstellung einem Goldnugget vielleicht am ehesten vergleichbar, gewonnen wird. In den häufigsten Fällen bildet das Silber Dendriten mit anderen Elementen und folglich muss das Silber dann aus diesen Erzverbindungen separiert werden. Dabei wird das Silber, welches vorwiegend in Form von Oktaedern oder Würfeln kristallisiert oder drahtartig in Platten eingesprengt vorkommt, mittels chemischer Prozesse gewonnen werden.
Üblicherweise wird Silber durch chemische Behandlung der Silberverbindung aus Blei-, Silber- oder Kupfererzen gewonnen. Die Gewinnung von Silber aus Silbererzen liegt in der heutigen Wirtschaft bei 20%, die Gewinnung von Silber durch Recycling liegt bei etwa 1%. Das aus Silbererzen gewonnene Silber wird mittels einer Cyanidlauge und einer Natriumcyanidlösung herausgelöst, wobei das Erz in einem ersten Schritt zu Schlamm verarbeitet wird und die Natriumcyanidlösung unter Einfluss von Sauerstoff dazu führt, dass sich Silbererze und Silber absetzten. Folgend wird das Silber mittels Zink ausgefällt und das gewonnene Edelmetall gereinigt.
Die Gewinnung und Förderung von Silber ist seit seiner Endeckung so rapide gestiegen, dass die Prognose für das Ende der Silbervorkommen bei unter 30 Jahren liegt. Dementsprechend wird es in weniger als drei Jahrzehnten zu einer Verknappung der weltweiten Silberressourcen kommen. Gründe sind unter anderen in den höheren Vorkommen von Silber im Vergleich zu Gold zu sehen, welcher den Abbau praktisch fördert und auch darin, dass dieses Edelmetall weitaus günstiger in der Weltwirtschaft gehandelt wird. Positiv sei an dieser Stelle hervorzuheben, dass die heutige Industrie in der Lage ist, Silber durch Recycling zurück zu gewinnen und so das weltweite Vorkommen in gewisser Weise absichern kann. Dabei werden hauptsächlich silberhaltige Röntgenfilme und Fotopapier, sowie Batterien und diverse Elektromaterialien, recycelt.
Trotz der absehbaren Verknappung der weltweiten Silberressourcen, befindet sich der Wert des Silbers zu Zeit noch unter dem des Goldes und das, obwohl Silber ähnlich gute Eigenschaften wie Gold auffeist. Zwar oxidiert Silber an der Luft und beginnt sich nach längerer Zeit schwarz zu verfärben, aber es besitzt die selben gute Eigenschaft des Goldes, wie einen hohen Dehnbarkeitskoeffizienten, welcher das Silber wiederum sehr attraktiv für Treibarbeiten von Goldschmieden macht. Da es allerdings kaum möglich ist pures Silber zu verarbeiten, da es in seinem reinen Zustand zu weich und zu biegbar ist, ist die Industrie dazu übergegangen, dem Silber winzige Mengen eines anderen Metalls, wahlweise Kupfer mit sehr geringen Zinkbeigaben, für die Verarbeitung beizufügen. Bei der Verarbeitung von solchen Legierungen muss vorher, um dem Wert des Silbers oder des zum Beispiel daraus geformten Schmuckstückes zu gewährleisten, der sogenannte Feingehalt des Edelmetalls bestimmt werden. Die ist nötig, damit der potentielle Käufer eines Silbergegenstandes so den Wert erkennen kann, welcher durch Betrachten einfach nicht erkennbar ist.
Weitere Verwendungsbereiche von Silber sind in der Industrie, beispielsweise in der Foto- und Elektrotechnik, angesiedelt. Darüber hinaus hat Silber einen hohen Stellenwert in der Zahntechnik und Medizin errungen. Neben diesen und der oben erwähnten Verwendung von Silber in der Schmuckindustrie ist auch die frühere Verwendung von Silber als Zahlungsmittel in Münzform zu erwähnen. Heute handelt es sich dabei zwar nicht mehr um ein gültiges Zahlungsmittel, ist aber in dieser Form historisch betrachtenswert, da Silber schon in der Antike als Zahlungsmittel Verwendung fand und in Deutschland die Silbermünze bis in das Jahr 1871 als gültiges Zahlungsmittel galt. Auch dieses Edelmetall hat demzufolge schon sehr früh seinen Platz in der Welt gefunden.
Denn neben den bereits erwähnten Verwendungsmöglichkeiten müssen, der Vollständigkeit halber, auch die anderen Möglichkeiten, welche dem Edelmetall seinen Platz in der Welt gesichert haben, aufgezählt werden. So darf die Verwendung als edles Essbesteck genauso wenig an dieser Stelle fehlen, wie die Verwendung als Tafelsilber oder auch als sakrales Gerät. Unter anderem zählen dazu, um nur einen kurzen Einblick in die Bedeutung des Silbers im Bereich des sakralen Gerätes zu geben, der Kelch, die Monstranz oder die Weinkanne. Um sowohl den Wert der Silberware als auch die Ware an sich zu erhalten wird diese, abhängig von ihrer Funktion, fein- oder hartversilbert. Diese Versilberung dient der Beständigkeit, welche sehr bedeutend bei den Gebrauchsgegenständen wie Tafelsilber ist und dazu, den Schutz vor zu schneller Verfärbung durch Oxidation zu gewährleisten.