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Geschichte und Vorkommen

 

Gold (indogermanisch: ghel glänzend, gelb) ist ein chemisches Element und ein Edelmetall mit langer Tradition und einer Vielzahl von Geschichten, welche sich um dieses edle Metall ranken. Gold ist aus dem 21. Jahrhundert kaum noch wegzudenken, da es sich heutzutage nicht mehr nur als Zahlungsmittel oder Währung verwenden lässt, sondern auch sein Einsatzgebiet in der Medizin, der Elektroindustrie und der Optik gefunden hat. Weiterhin gilt Gold heute auch noch als ein Symbol von Luxus und wird oft mit Reichtum und Schönheit assoziiert. Wobei hier die Schmuckindustrie eine große Rolle spielt, wenn diese das Edelmetall in schönste Schmuckstücke für die schönsten Frauen dieser Welt verwandelt.

Schon in Altertum war Gold durch seine Härte und wegen seiner auffallend glänzenden, gelblichen Farbe bekannt geworden. Dies und die Seltenheit des Stoffes, sowie dessen Eigenschaften der sehr guten mechanischen Verarbeitung verliehen dem Gold den Status eines begehrenswerten Edelmetalls. Der Beginn der Goldgewinnung liegt vermutlich in der Kupferzeit, wobei sich Gold schon seit dem zweiten Jahrtausend vor Christi in Mitteleuropa und noch viel eher in Südeuropa, im Mittelmeerraum seit etwa 4500 vor Christi, nachweisen lässt. Von den Römern wurden Fundstädten in Kleinasien, Spanien und Germanien, von den Ägyptern Fundstädten in Oberägypten ausgebeutet. Schon um 3500 vor Christi hatten sich die wichtigsten Techniken zur Verarbeitung von Gold, wie Ziselieren, Giesen und


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Treiben im Bereich der vorderasiatischen Hochkulturen entwickelt. Das Gold, heute mit dem chemischen Zeichen Au in dem Periodensystem der Elemente versehen, trat auch schon sehr früh in der Geschichte der römischen, der griechischen und der deutschen Dichtung auf. Zu den frühsten Dokumentationen des Edelmetalls Gold zählt unter anderem die Erwähnung des Goldenen Vlies in der Argonautensage, welche sich etwa um 1350 vor Christi zugetragen haben soll. Im Alten Testament wird das goldene Kalb als Götzenbild der aus Ägypten ausgezogenen Israeliten, im neuen Testament wird Gold als eins der drei Geschenke der Weisen aus dem Morgenland, neben Weihrauch und Myrrhe, für den neugeborenen Jesus, erwähnt. Auch das weltberühmte Nibelungenlied des 13. Jahrhunderts ist an dem glänzenden Edelmetall nicht vorbei gekommen. So raubte Siegfried den Nibelungen, einem nordischen Zwergengeschlecht, den so genannten Nibelungenhort- einen Goldschatz.

Schon früh muss die Menschheit den Wert von Gold erkannt haben, was sich auf Grund seiner technologischen Geschichte als ältestes Metall, aus der heutigen Sicht des 21. Jahrhunderts gut nachvollziehen lässt. Neben den bereits erwähnten Verwendungsmöglichkeiten von Gold in der heutigen Zeit wurde es schon in vielerlei Variationen im Laufe der Geschichte der Menschheit eingesetzt: Gold fand sowohl in der Verarbeitung für diverse rituelle Gegenstände, für Insignien und für Schmuck Verwendung, als auch seit dem sechsten Jahrhundert vor Christi als Zahlungsmittel in Münzform. Weiterhin schmückte und schmückt Gold als Schrein und Monstranz die Altäre von Kirchen und Dome oder wurde in Form von Tafelgerät in den hochherrschaftlichen Häusern der Patrizier oder des Adels verwendet.

Historisch erwähnenswert ist weiterhin die Goldene Bulle von 1356, das wichtigste Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches, welches neben der Regelung der Modalitäten der Wahl und Krönung der römisch- deutschen Könige durch die Kurfürsten, auch die Abtretung aller Bergrechte inklusive des Rechtes der Goldwäscherei durch Karl IV an die Kurfürsten bezeugt. Goldwäscherei und die menschliche Gier nach Gold waren Auslöser für Kriege, Eroberungszüge, Vertreibungen ganzer Stämme, Plünderungen und Morde. Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahre 1492 und zahlreicher Goldfunde in Süd- und Mittelamerika wuchs die Zahl der Abenteurer, welche auf der Suche nach dem glänzenden Metall waren, stark an. Insbesondere spanische und europäische Eroberer wurden von dem Glanz des Goldes angelockt und brachten die zahlreichen Goldfunde auf Galeonen nach Europa. Aus den sehr exakt geführten Tagebüchern des Columbus ist zu erfahren, dass einer der Hauptgründe der Seefahrer dieser Zeit, für ihre teilweise wirklich sehr gefährlichen Reisen über die Weltmeere, oft von dem Wunsch des Findens des edlen Metalls angetrieben war. In der Folge der Reisen des Columbus kam es zur Ausplünderung der goldenen Schätze und der Vernichtung der Heiligtümer und Tempel der Indianer durch die spanischen Seefahrer. Folglich gingen in dieser Zeit unschätzbar viele kulturelle Werte zu Grunde. Dieser Trend der Zerstörung von Fremden, um an Gold zu kommen, hat sich im Laufe der Entwicklung der Menschheit oft wiederholt.

 

Der Goldrausch in Amerika

 

Im 19. Jahrhundert kam es auf der Suche nach Gold zu regelrechten Massenbewegungen auf verschiedenen Kontinenten. Erwähnenswert sind in diesen Zusammenhang der Goldrausch in den USA, in Kalifornien im Jahre 1849 und der Goldrausch in Alaska am Klondike River im Jahr 1897.

In Kalifornien suchten tausende Goldgräber in den Jahren 1848 bis etwa 1854 ihr Glück in der Hoffnung auf große Goldfunde. Der Auslöser dieses enormen Goldrausches war die Entdeckung des ersten Goldnuggets im Januar des Jahres 1848 durch James W. Marshall auf einer amerikanischen Ranch des Schweizers Johann August Sutter und die Missachtung der Aufforderung an die dort ansässigen Arbeiter, dass sie diesen Goldfund für sich behalten und nicht ausplaudern sollten. Folglich drängten die ersten goldhungrigen Menschen nach Kalifornien an die Fundstätten des Goldes auf der Suche nach ihrem eigenen Glück, ihrem eigenen Gold. Weiterhin publizierte die Presse, der New York Herald, die Goldfunde und im Dezember des Jahres 1848 rechtfertigte der amerikanische Präsident James K. Polk seinen Krieg gegen Mexiko, auf Grund der Goldfunde im eigenen Land, vor dem Senat. Somit wurden die Vorkommen von Gold in den USA endgültig offiziell. Unkontrolliert wanderten die Amerikaner aus ihren ursprünglichen Wohnorten weg hin nach Kalifornien, mit der Folge, dass sich die Einwohnerzahlen mancher Städte drastisch minimierten und in Anderen, dem Goldrausch verbundenen Städten folglich explodierten. Weiterhin kam es zur Vertreibung der ursprünglich ansässigen Völker, der Indianer, in den von dem Goldrausch ergriffenen Gebieten. Macht- und Goldgier führten dazu, dass die Goldsucher die Indianer brutal vertrieben und massakrierten. Viele der Indianer wurden aber auch durch für sie neuartige und unbekannte Krankheiten, welche die Goldsucher mitbrachten dahingerafft, weil sie keine Medikamente für diese neuen Krankheiten besessen hatten.

Ähnlich historische Folgen hatte der Goldrausch im Jahre 1897 in Alaska. Im Zuge dieses Goldrausches wurde das Yukon Territorium errichtet und die Grenze zwischen Kanada und Alaska manifestiert. Die in diesem Gebiet ansässigen Indianer verloren mit der Dezimierung der Karibuherden durch die Goldgräber einen Teil ihrer Lebensgrundlage und mussten, um sich an dem vorherrschenden Geschäft mit Gold beteiligen zu können sich an festen Wohnorten niederlassen, was im Gegensatz zu Ihrer bisherigen Lebensweise stand und weiterhin fielen auch in diesem Gebiet viele der Indianer den, von den Goldsuchern mitgebrachten Krankheiten, zum Opfer.

 

Die Gewinnung von Gold

 

Mit den ersten großen Goldfunden und der zunehmenden Technisierung verfeinerte sich im Laufe der Jahre die Technik des Goldgrabens bis hin zu der heutigen Förderung.

Angefangen von zufälligen Entdeckungen von Gold in Gestein in frühen Jahrtausenden wurde Gold lange Zeit per Hand mittels einfachster Werkzeugen wie Spaten, Eimer und Goldpfanne zumeist aus Flüssen geschürft. Diese Tradition hat bis heute angehalten und Hobbygoldsucher können heute in Thüringen, Deutschlands bekanntesten Goldeldorado, ihrem Hobby, der Suche nach dem wertvollen Gold, nachgehen. Wobei es sich dabei nicht um das mittlerweile erschöpfte Berggold handelt, sondern um das sogenannte Seifengold, verwittertes und ausgewaschenes Berggold, das in diversen Flüssen, in so genannten sekundären Lagerstädten, beispielsweise in Thüringen, zu finden ist. Dieses Goldschürfen ist aber nicht mehr mit den großen Funden in der Goldgräberzeit vergleichbar. Der Hobbygoldsucher findet mit viel Glück nur noch winzige Goldpartikelchen ohne großen materiellen aber dafür sicher mit einem großen individuellen Wert.

Anders sieht es in der weltweiten und industrialisierten Goldgewinnung aus. In Europa ist die Förderung von Gold im Vergleich zu anderen Ländern völlig unbedeutend. Die wohl größten Vorkommnisse in Europa finden sich in Rumänien. Weltweit stehen Südafrika, die Vereinigten Staaten und Australien an oberster Stelle in der Gewinnung des edlen Rohstoffes.

Gold kann durch Goldwaschen, dem Aufschlämmen von goldhaltigem Sand, bei welchen Gold sich durch seine Dichte und Schwere leicht von dem Sand trennen lässt oder durch diverse chemische Verfahren gewonnen werden. In dem häufig angewendeten Amalgamverfahren wird der Rohstoff mittels des Einsatzes von flüssigem Quecksilber gewonnen. In diesem Verfahren wird der aufgeschlämmte goldhaltige Sand nach dem Goldwaschen mit Quecksilber vermischt. Dabei werden die Goldpartikelchen physikalisch aufgelöst und die entstandene Amalgamlegierung setzt sich ab. Folgend muss die Legierung nur noch erhitzt werden, damit das enthaltene Quecksilber verdampfen kann und das reine Gold am Ende übrig bleibt. Ein weiteres chemisches, aber auch hochgiftiges Verfahren ist die Cyanidlaugerei, welche bei der industriellen Gewinnung von großen Mengen eingesetzt wird. Diese Art ist allerdings etwas umstritten, da dabei unkontrolliert Giftstoffe entstehen, die in Form von Staub in die Erde und das Grundwasser eindringen und somit die Umwelt schädigen. Andere Verfahrensweisen zur Gewinnung sind die Gewinnung des Goldes aus Abfällen, dem so genannten Recycling oder die Gewinnung aus dem Meer, wobei dieses Verfahren wegen zu hoher Kosten und zu geringer Ausbeute noch als unwirtschaftlich betrachtet wird. Ähnlich verhält es sich auch mit der Goldsynthese, der künstlichen Gewinnung von Gold.

Erste Versuche der künstlichen Herstellung von Gold sind aus dem Mittelalter bekannt und in dem wohl berühmtesten Versuch des Alchimisten J. F. Böttgers ist kein Gold sondern das heute bekannte Porzellan entstanden. Heutzutage wäre die künstliche Gewinnung von Gold zwar möglich wird aber wegen wirtschaftlicher Gesichtspunkte nicht durchgeführt, weil es den finanziellen Aufwand, welcher den einfachen Abbau von Gold aus den Bergen (so genanntes Berggold) um ein vielfaches übersteigt. An den hohen Kosten und den enormen Aufwand, welcher betrieben werden muss, um Gold zu gewinnen kann man leicht eine Vorstellung gewinnen, welchen Wert und welchen Preis dieses Edelmetall haben muss.

 

Verwendung von Gold und die Rolle in der Weltwirtschaft

 

Neben seiner Verwendung in Form von Schmuck oder dem Einsatz in der Kunst und der Architektur gilt Gold als Währung und Wertanlage. Die Funktion der Wertanlage gewinnt gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen, welche sich historisch immer wiederholt haben, einen hohen Stellenwert bei den Besitzern des Goldes, wobei zu erwähnen ist, dass diese Form der Geldanlage keinen Zinsertrag einbringt. Der Goldpreis selber wird seit dem 18. Jahrhundert in London auf dem offenen Markt bestimmt, wodurch diese Bestimmung von diversen Faktoren, wie dem Ölpreis und dem aktuellen Dollarkurs, abhängig ist. Bei der Bestimmung des Goldwertes wird das Gold nach seinem Reinheitsgrad in Karat gemessen. Wobei 24 Karat als höchster anzunehmender Wert gilt, da es sich dabei um pures oder auch so genanntes Feingold handelt. Schmuckstücke aus purem Gold werden dementsprechend in einem höheren Preissegment angesiedelt als diverse Legierungen, von denen es die unterschiedlichsten auf dem freien Markt gibt. Wenn der Begriff der Legierung im Zusammenhang mit Gold verwendet wird, so weiß man, dass es sich dabei um eine „Verdünnung“ von Gold handelt. Die einzelnen handelüblichen Goldlegierungen lassen sich nach ihren Farben bestimmen und sind zumeist günstiger zu erwerben als reines Gold.

 

Die Legierungen des Goldes

 

Die Legierung Gelbgold setzt sich aus Kupfer, Silber und Feingold zusammen und erhält dadurch den typischen Gelbton, welcher mit abnehmendem Goldgehalt reduziert wird. Aufgrund des hohen Widererkennungswertes gehört Gelbgold zu den beliebtesten Legierungen auf dem Markt.

Das Rotgold wird aus einer Legierung von Feingold, Kupfer und teilweise auch Silber gewonnen. Dadurch entsteht ein kupferähnlicher Farbton, welcher der Legierung seinen Namen verleiht. Grüngold besteht aus einem Mischverhältnis aus Feingold und Silber und ist an seinem grünlich gelben Farbton zu erkennen.

Die vierte handelsübliche Legierung ist das Weißgold, welches in bestimmten Regionen der Erde auch als Graugold bezeichnet wird und erst in den Jahren 1912/ 1913 auf den Markt kam. Dabei wird das Gold mit Hilfe von Silber, Palladium oder Nickel entfärbt und verleiht somit dieser Legierung ihren hellen, beinahe schon farblosen Ton. Diese Farblegierungen finden, neben der Titan- Goldlegierung, welche hauptsächlich in der Herstellung von Trauringen eingesetzt wird, ihrer Verwendung in der Schmuckindustrie. Da Gold auch noch in Form von Legierungen teuer ist, hat die Industrie einen Ausweg in der Herstellung von Goldimitaten gefunden, welche durch unedle Metalle hergestellt werden können.

Somit wird es in der heutigen Zeit nahezu für fast jeden Bürger möglich sich mit Gold zu schmücken.

Auf dem freien Markt sind heutzutage die unterschiedlichsten Güter aus Gold in diversen Legierungen und Formen zu finden und jeder, so er es will, kann sich mit dem Glanz der Geschichte dieses edlen Metalls schmücken.